Notgroschen
KernkonzeptEin Notgroschen ist eine finanzielle Reserve, die ausschließlich für unvorhergesehene Ereignisse vorgehalten wird. Er soll sofort verfügbar sein, darf keinem Wertschwankungsrisiko unterliegen und ist klar von anderen Sparzielen getrennt. Der Begriff ist im deutschen Sprachgebrauch weit verbreitet, aber nicht einheitlich definiert.
Der Notgroschen unterscheidet sich von einem Sparbetrag dadurch, dass er nicht auf ein zukünftiges Ziel hinarbeitet, sondern gegen unvorhersehbare Ereignisse der Gegenwart absichert. Typische Anlässe: Jobverlust, Erkrankung, dringende Reparaturen, unerwartete Ausgaben.
Verwandte Begriffe: Rücklage, Liquidität
Liquidität
FinanzkonzeptLiquidität beschreibt im wirtschaftlichen Sinne die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen jederzeit und ohne Verluste nachkommen zu können. Im Kontext persönlicher Finanzen meint Liquidität, dass Geldmittel sofort und ohne Wertverlust zugänglich sind.
Ein hochliquides Guthaben ist beispielsweise das Guthaben auf einem Girokonto oder einem Tagesgeldkonto ohne Bindungsfrist. Geld in einem Festgeldkonto mit dreimonatiger Kündigungsfrist ist weniger liquide. Aktien oder Fondsanteile sind noch weniger liquide, weil ihr Wert schwankt und ein Verkauf zu ungünstigen Kursen erzwungen werden könnte.
Für den Notgroschen ist hohe Liquidität eine Voraussetzung. Die Rendite ist dabei nachrangig. Ein Notgroschen, der erst nach einer Wartezeit oder mit potenziellem Verlust verfügbar ist, erfüllt seine Funktion nicht vollständig.
Finanzielle Resilienz
KonzeptFinanzielle Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Haushalts oder einer Person, wirtschaftliche Erschütterungen aufzufangen und sich davon zu erholen, ohne in dauerhafte finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Der Begriff stammt aus der Sozialwissenschaft und wird zunehmend auch in der Verbraucherbildung verwendet.
Finanzielle Resilienz ist keine Frage des Einkommens allein. Sie hängt von mehreren Faktoren ab: dem Verhältnis von Einkommen zu Fixkosten, der Höhe der Liquiditätsreserve, dem Vorhandensein ausreichender Versicherungen gegen existenzbedrohende Risiken und dem langfristigen Vermögensaufbau. Alle vier Faktoren zusammen bilden ein resilientes Finanzfundament.
Rücklage
GrundbegriffEine Rücklage ist ein zurückgehaltener Betrag, der für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist. Der Begriff ist weiter als "Notgroschen" und umfasst sowohl die Liquiditätsreserve für Unvorhergesehenes als auch zweckgebundene Rücklagen (z. B. für eine bevorstehende Autoreparatur oder einen Urlaub).
Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Rücklagentypen ist wichtig: Eine Rücklage für geplante Ausgaben ist kein Notgroschen. Wer seinen Notgroschen für planbare Ereignisse verwendet, schwächt seine Resilienz gegen unplanbare Ereignisse. Deshalb empfehlen Verbraucherberatungsstellen häufig, verschiedene Rücklagekonten zu führen.